Unsere Geschichte

Geschichte des Hauses und der Familie Vincenzi

Das Familienhaus in der Via Milano 77 in Castelnuovo del Garda ist seit Generationen das Herzstück der Familie Vincenzi. Das Haus liegt an einer der Hauptstraßen des Dorfes und war nicht nur ein Ort des täglichen Lebens, sondern auch ein Raum für Arbeit, Mühe und handwerkliches Geschick.

Im Laufe der Jahre haben sich innerhalb dieser Mauern die Geschichten mehrerer Generationen miteinander verflochten, verbunden durch ein starkes Zugehörigkeitsgefühl und eine Tradition handwerklicher Arbeit. Die Familie Vincenzi hat die Veränderungen des Gebiets miterlebt und sich von einer ländlichen Realität in einen immer moderneren Kontext entwickelt, ohne jedoch jemals die Verbindung zu ihren Wurzeln zu verlieren.

Das Haus wurde Ende des 19. Jahrhunderts erbaut, als Nicola und Maria Vincenzi (im Jahr 1890) das Grundstück erwarben und mit dem Bau begannen. Ursprünglich als Familienwohnsitz gedacht, entwickelte es sich im Laufe der Zeit zu einem lebendigen Zentrum, in dem Arbeit, Beziehungen und das häusliche Leben täglich miteinander verflochten waren.

Zentrale Figur dieser Geschichte ist der Sohn Guido Vincenzi (1883/1963), ein geschickter Schreinermeisterunternehmer, der das Werk vollendete, das Haus fertigstellte und es in einen Ort nicht nur für das häusliche Leben, sondern auch für die Produktionstätigkeit verwandelte. Hinter dem Haus ließ er die Barchesse und seine Schreinerei bauen, wodurch ein Komplex entstand, der typisch für die artisanen Realitäten der damaligen Zeit war, wo Wohnen und Arbeiten in einem täglichen Gleichgewicht zusammenlebten.
Guido war ein versierter und erfahrener Tischler sowie ein tatkräftiger Unternehmer. In seiner Werkstatt produzierte er verschiedene Objekte für den Bausektor und die Möblierung (er richtete auch die Schulen des Dorfes ein).

Anschließend widmete er sich der Herstellung von Holzkarren für den Gepäcktransport an Bahnhöfen sowie für das Be- und Entladen von Vieh und arbeitete dabei mit dem Verkehrsministerium und den Italienischen Staatsbahnen zusammen. Seine Tätigkeit fällt in eine Zeit, in der der Eisenbahnverkehr ein zentrales Element für die lokale Wirtschaft darstellte. Bahnhöfe waren Orte ständiger Bewegung, und die in der Schreinerei Vincenzi hergestellten Karren trugen konkret zu diesem System bei und wurden zu unverzichtbaren Werkzeugen für die tägliche Arbeit.
Neben dieser Haupttätigkeit wickelte Guido außerdem einen wichtigen Auftrag für den Schneeräumdienst entlang der Bahnstrecke Verona-Brescia ab.

In einer Zeit, in der Schneefälle häufig und üppig waren, erforderte diese Arbeit den Einsatz einer großen Anzahl von Männern: bis zu 800 Räumer täglich.

Das Haus selbst wurde zum operativen Zentrum dieser Organisation: Hier fand die Rekrutierung der Arbeiter und ihre Bezahlung am Ende des Tages statt. Dies machte die Wohnung zu einem Bezugspunkt nicht nur für die Familie, sondern für die gesamte lokale Gemeinschaft.
Guido's professionalism was widely recognized: the certificates of qualification, which testify to his skills and the value of his work, are still visible in the stairwell of the house.

Das Familienleben

Nach dem Tod der Gründer Nicola und Maria wurde das Haus weiterhin von der Familie bewohnt, angeführt von Guido mit seiner Frau Teodolinda und ihren Kindern Giuseppe (1922/1963), Lino (1927/2010), Umberto (1930/2013) und Giovanna (1936/2015).
Mit ihnen lebte auch Elvira (1986/1977), die Schwester von Guido, eine sehr geschickte und hochgeschätzte Schneiderin. Ihr Atelier befand sich im Erdgeschoss, in dem Bereich, der heute dem Eingang der Einrichtung entspricht. Im ersten Stock ist noch ihre Singer-Nähmaschine erhalten, ein Symbol ihrer Tätigkeit und ihrer täglichen Präsenz.

Die Kriegsjahre

Während des Zweiten Weltkriegs (1940–1945) erlebte das Haus eine der schwierigsten und bedeutsamsten Zeiten seiner Geschichte.

Das Wohnhaus wurde von deutschen Truppen beschlagnahmt und in ein Gebietsführungshauptquartier umgewandelt. Die Lagerhallen wurden mit Material für die Truppen gefüllt: Decken, Lebensmittel, Zigaretten und andere lebenswichtige Güter.
In diesem Kontext leisteten die jungen Brüder Vincenzi kleine, aber wichtige solidarische Taten: Sie entwendeten heimlich einen Teil dieser Güter, um sie an die von Krieg und Hunger hart getroffene lokale Bevölkerung zu verteilen.

Im Haus befand sich ein Radio mit Plattenspieler (das heute noch im Frühstücksraum steht), ein für die damalige Zeit seltenes und wertvolles Objekt. Nur sehr wenige Familien besaßen eines. Um dieses Radio versammelten sich täglich viele Menschen aus der Umgebung, um die Nachrichten von der Front zu hören. Das Haus wurde so zu einem Ort der Begegnung, des Teilens und der Hoffnung, wo die Nachrichten die Stille und die Unsicherheit des Krieges durchbrachen.

Die Nachkriegszeit (Zweiter Weltkrieg 1940/1945) war für die Familie Vincenzi eine schwierige Zeit mit großen Veränderungen.

Nachkriegszeit und Wiederaufbau: Ein neues Leben für das Zuhause

Die Tischlerei, die jahrelang für die Italienischen Staatsbahnen tätig gewesen war, musste aufgrund des Verlusts der Bahnaufragungen schließen. Damit schloss sich ein wichtiger Teil der Arbeitsgeschichte der Familie.
Aber die Geschichte des Hauses fand kein Ende.

Fortsetzung einer Geschichte

Mit großem Unternehmergeist begann Guido zusammen mit seinen Söhnen eine neue Phase in der Geschichte des Hauses.
Vor dem Wohnhaus eröffnete er eine Tankstelle, während er im unteren Teil, neben dem Hauptgebäude, zuerst eine Autoelektrikwerkstatt und später einen Reifenservice eröffnete.
Diese neuen Aktivitäten verwandelten das Haus erneut in einen Treffpunkt für Castelnuovo del Garda. Nicht mehr Tischlerei und Eisenbahn, sondern Mobilität, Betreuung und Dienstleistung für die lokale Gemeinschaft.
Viele Jahre lang blieb das Haus so ein lebendiger Ort, verbunden mit der Arbeit und dem Alltag des Dorfes.
1950 erweiterte sich die Familie durch die Hochzeit des Sohnes Giuseppe mit Gabriella und 1951 durch die Geburt des Sohnes Enzo.
Giuseppe startete auch ein neues Geschäft im Großhandel mit Schreibwaren und der Herstellung von Kugelschreibern, das Teile der Räumlichkeiten der ehemaligen Tischlerei nutzte.
1957 vergrößert sich die Familie weiter durch die Heirat von Umberto und Rosa und 1958 durch die Geburt ihres Sohnes Guido Nicola.

Nach dem frühen Tod seines älteren Bruders Giuseppe und seines Vaters Guido im Jahr 1963 übernahm Umberto Vincenzi (1930–2013), der drittälteste Sohn, die Führung der Familie.
Nachdem der Händler vor dem Haus verkauft war, führte Umberto seine Reifengeschäft noch jahrelang. Bis zum Erscheinen seines Sohnes Guido Nicola (Namen, die von seinem Großvater und Urgroßvater übernommen wurden), der 1977 das Geschäft um einen Großhandel mit Reifen und Ersatzteilen für Autos erweiterte.
1982 wurde die bisherige Tätigkeit eingestellt und Guido Nicola nahm, weiterhin im Elternhaus, die Tätigkeit seines Onkels Giuseppe im Bereich der Kugelschreiberherstellung und Werbeartikel wieder auf.
Mit der Heirat von Guido Nicola und der anschließenden Geburt der Kinder (Marco, Alberto, Matteo) wuchs auch das Geschäft und wurde zwangsläufig in eine große Anlage im Industriegebiet des Ortes verlegt.
Das Haus bleibt somit bis zum Tod von Umberto (2013) und seiner Frau Rosa (2017) alleiniger Wohnort der Familie.

Eine Geschichte, die nie abgebrochen ist, sondern im Laufe der Zeit einfach ihre Form verändert hat.
Heute wurde das Haus in eine Touristenunterkunft umgewandelt, aber es bewahrt sorgfältig die Spuren seiner Vergangenheit.
Im Frühstücksraum und in den Gängen sind zahlreiche Originalobjekte der Familie ausgestellt: Küchenutensilien, Möbel, Werkbänke und Tischlerwerkzeuge. An den Wänden sind alte Fotografien ausgestellt, seltene und wertvolle Zeugnisse einer Zeit, in der Bilder rar, aber sehr aussagekräftig waren.

Ein Ort, der erzählt

Das Haus der Familie Vincenzi ist nicht nur ein historisches Gebäude, sondern ein Ort, der eine Geschichte von Arbeit, Einfallsreichtum, Solidarität und gemeinsamem Leben erzählt.
Vom ersten Holzbearbeitungsbetrieb von Guido, über die Arbeit für die Eisenbahn, die Kriegsjahre bis hin zu den Aktivitäten von Umberto und dann Guido Nicola und der in Gegenständen bewahrten Erinnerung – jede Ecke des Hauses zeugt von einer Vergangenheit, die in der Gegenwart weiterlebt.

Dieses Haus hatte schon immer eine Sache gemeinsam: Es war ein Ort der Arbeit, der Familie und des Dienstes an der Gemeinschaft.
Bewahrt die Erinnerung an ihre Vergangenheit in Ehren. Im Frühstücksraum und in den Korridoren sind zahlreiche Originalgegenstände ausgestellt: in der Tischlerei gefertigte Schränke, Werkbänke, ein antikes Telefon, eine mechanische Rechenmaschine, Waagen und andere Küchengeräte, die mit dem täglichen Leben der Familie verbunden sind.

Diese Elemente sind keine einfachen Einrichtungsgegenstände, sondern Fragmente von Geschichte, die eine Realität von Arbeit, Handfertigkeit und tiefen familiären Beziehungen erzählen. Wenn man sich in den Räumen des Hauses bewegt, kann man noch immer die Identität dessen spüren, der es Tag für Tag bewohnt und aufgebaut hat.

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